Endlich Urlaub!

Und kaum sind die “Weihnachtsferien” um, gibt es direkt den nächsten Urlaub für mich! Die sogenannten Weihnachtsferien dauern hier in Nicaragua etwa 2 Monate, dafür gibt es aber abgesehen von der „semana santa“ (die heilige Woche; Woche vor Ostern) keine weiteren Ferien (sowie ich es verstanden habe). Zurück zum Urlaub; oder besser zu den Urlauben: Anfang Februar bekam ich Besuch von meinem Bruder zusammen mit seiner Freundin Verlobten. Anfang März hat mich dann meine gute Schulfreundin Victoria besucht. Unglücklicherweise fiel aber das von weltwärts vorgeschriebene Zwischenseminar gleich in den Beginn des Besuchs, weswegen wir die ersten Tage gezwungener Maßen an der Laguna de Apoyo, einer Kraterlagune verbringen mussten. Es gibt schlimmeres, oder?

Blick vom Monkey Hut, einem Hostel.
Laguna de Apoyo: Blick vom Monkey Hut, einem Hostel.

Wenn Besuch kommt…

… dann gibt man sich natürlich die größte Mühe, das Gastland bestens möglich zu präsentieren. Während die Tour mit Victoria durch alle Ecken des Landes ging, musste mein Eifer von meinem Bruder gebremst werden. Das ist bestimmt das Alter. Hier eine kleine Übersicht über die interessanten Punkte.

Isla de Ometepe

Die verhältnismäßig längste Zeit haben ich mit meinem Bruder auf der Insel der Inseln, die Isla Ometepe verbracht. Doch schon die Hinreise wurde zur Herausforderung. Der Mann, der im Bus abkassiert hatte, hatte es doch tatsächlich geschafft, ein Touristen-Pärchen vorzeitig aus dem Bus zu werfen und sie somit zu einem viel zu teuren Taxi zu zwingen. Letztendlich ungünstig für den Ausgang ihrer Geschichte war, dass sie kein Spanisch sprachen, und dass sie kein bisschen Geld dabei hatten. Kaum zu glauben aber, dass er auch uns vorzeitig (eine Ecke vor dem Markt, von wo der Anschlussbus abfährt) rauswerfen wollte, damit wir sein Taxi zum Hafen nehmen. Ungünstig für ihn war es jetzt, dass ich den Weg schon kannte und keineswegs einsah, sein Taxi zu bezahlen, dass uns womöglich sogar noch ausgeraubt hätte. Am Markt angekommen (wir sind natürlich sitzen geblieben) haben wir uns die 20 Cordoba pro Person zurückerstatten lassen, die wir zu viel bezahlt hatten (denn der Bus ging nicht wie versprochen zum Hafen).

Die Insel besteht aus zwei Vulkanen (Concepción und Maderas; letzter ist inaktiv). Auf der Insel selbst haben wir den inaktiven Vulkan Maderas bestiegen, haben den 100m hohen Wasserfall San Ramón, der aus der Kraterlagune entspringt, besichtigt und zuletzt im „Ojo de agua“ (Auge des Wassers) ausgespannt. Dabei handelt es sich um eine Quelle am Fuße des aktiven Vulkans Concepción mit sauberen Wasser, durch Vulkangestein angereichert mit Mineralien. Das Wasser ist nicht aufgewärmt, also eignet es sich perfekt zum Abkühlen!

Zusammen mit Victoria habe ich mich in der Zeit auf der Insel auf den aktiven Vulkan Concepción getraut. Kurz vor der 1700m hohen Spitze hatten wir allerdings die Lust verloren und sind umgekehrt. Vorher haben wir noch den herrlichen Ausblick auf den anderen Vulkan, den Maderas, genossen (Handyempfang gab es da oben übrigens auch).

Managua

An Managua kommt man nicht vorbei, wenn man Nicaragua besucht. Auch wenn das weniger ein Ort von touristischem Interesse sein sollte, will ich zeigen, wo ich arbeite und wo ich lebe. Mit meinem Bruder habe ich einen Abstecher auf meine Arbeit, das Center San Francisco, auf den bekannten Markt Roberto Huembes und an die „Strandmeile“, den Malecon gemacht. Interessant ist: Obwohl wir schon am zweiten Tag auf dem Markt vorbei geschaut hatten, wurde er erst zum Schluss, am vorletzten Tag so interessant, wie ich ihn auch finde. Das zeigt, dass man sich mit der Zeit gut an Managua gewöhnen kann. Außerdem: Vom Markt Roberto Huembes wurde eine Hängematte nach Deutschland exportiert.

Leon

Natürlich haben wir auch einen Abstecher in eine der wichtigsten Kolonialstädte Nicaraguas gemacht. Mit Victoria war ich sogar auf dem Dach der Kathedrale in Leon und wir haben ein Ausstellung über die Sandinisten angeschaut. Als Naturliebhaber überspringen wir die Geschichtsstunde und ich zeige einfach ein paar Bilder:

Der Telica

Was ist eine Reise nach Nicaragua ohne die Besteigung eines aktiven Vulkans? Nichts! Während Victoria in der Zeit, in der ich auf dem Seminar war, auf dem Vulkan Masaya gewesen war, sind ich, mein Bruder und Dorines vom Standpunkt Leon aus auf den nahe gelegenem Vulkan Telica gestiegen. Ein Artikel folgt, deswegen wäre es schade, zu viel vorwegzunehmen…

Las Peñitas

Ein schöner, ruhiger Strand mit ziemlich hohen Wellen! Nach den Anstrengungen der letzten Tage (ja, Reisen strengt an) habe ich mit meinem Bruder ein ruhiges Hostel gesucht, in dem wir zwei Nächte übernachtet haben. Tagsüber waren wir weniger aktiv, die besuchten Touristenhotspots waren der Liegestuhl, der hauseigene Pool und das Meer. Abends konnten wir einen fabelhaften Sonnenuntergang beobachten.

Alles in allem…

…war es gewiss auch ein lehrreicher Urlaub. Es war bestimmt interessant, zwei Wochen lang eine andere Kultur kennenlernen zu können. Auch ich konnte viel hier zu Hause (hier in Managua) behalten. Es war schön, sich mit jemanden aus Siegen auszutauschen und vor allem den ganzen verpassten Klatsch und Tratsch nachzuholen, den man im letzten halben Jahr verpasst hat. Nichtsdestotrotz freue ich mich, im Juli „mal wieder“ in Deutschland vorbeizuschauen!

2 Kommentare zu Endlich Urlaub!

  1. Ich hätte den Artikel sprachlich natürlich überarbeitet, da er ja veröffentlicht wird. Hoffentlich trägt er nicht zur Verrohung der dtsch. Sprache bei!
    Hattest wohl wegen Deiner anderen Projekte keine Zeit zum Zweitlesen…
    Mama

    1. Hallo Mutti,

      drübergelesen habe ich. Aber tatsächlich ist es ein nicaraguanischer Artikel, weil er in Nicaragua geschrieben wurde. Da gelten dann nicaraguanische Rechtschreibregeln. Und die sind nicht ganz so streng wie die deutschen. Aber natürlich darf da jemand aus Deutschland mal drüberlesen.

      Grüße
      Dein (möglicherweise bester) Sohnemann

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